Impulse von der Kirchenbasis

Predigt:

Am Faschingswochende ist, wie mir scheint,
es angebracht, dass sich die Predigt auch mal reimt.

So grüß ich alle, die hierher gekommen,
die ganz Normalen und die sogenannten Frommen,

die noch etwas Müden und die ganz Wachen,
die besonders Starken und die Schwachen,

Ich grüß die Kranken, die Gesunden,
die ziemlich Dünnen und die etwas Runden,

Kurz: niemand fühle sich ausgenommen,
den hier sind alle herzlich willkommen.

Natürlich will korrekt ich walten,
und an das Bibelwort mich halten.

Da wird erzählt, wie die Leute schieben drängen,
und Jesus förmlich an den Lippen hängen.

Er will mit Worten und Bildern,
die Güte Gottes eindringlich schildern.

Er erzählt in der ganzen Umgebung
von Gottes Barmherzigkeit und Vergebung.

Dass Gott auch den größten Sünder noch liebt
und ihm ohne Bedingung die Schuld gleich vergibt.

So wie er sprach von Gott noch keiner zuvor,
für so eine Frohbotschaft sind sie ganz Ohr.

Wenn Jesus wo hinkam machte es ganz schnell die Runde
Wie ein Lauffeuer verbreitete sich davon die Kunde.

Kein Wunder also – wenn man es recht besieht,
dass so ein Typ die Massen anzieht.

Doch halt – es war ist wohl nicht bei allen so,
manche werden darüber gar nicht froh.

Diese Menschen finden Jesus gar nicht amüsant,
Pharisäer werden sie in der Bibel genannt.

Bei den sogenannten religiösen Intelligenzen,
stößt Jesus auf taube Ohren und an Grenzen.

Was er sagt, ist in ihren Augen ein Skandal
Es ist einfach falsch und katastrophal!

Niemand kann und darf sich erdreisten,
im Namen Gottes Sündenvergebung zu leisten.

Sünden vergeben darf und kann nur der Herr,
und keinesfalls ein dahergelaufener Kerl wie der!

Darum fühlen sie sich bei Jesus gar nicht wohl,
denn er bricht Gottes Vergebungsmonopol.

So denken sie still bei sich in ihrem Herzen,
mit diesem Jesus ist nicht zu spaßen, zu scherzen.

Aus ihren dunklen Gedanken reißt sie ein mächtiger Krach,
plötzlich ist da ein großes Loch im Dach.

4 Männer lassen auf einer Bahre einen Gelähmten herunter
Dieser Kult um Jesus scheint`s, wird immer bunter.

Während viele noch denken: „was die sich erlauben“,
sieht Jesus nur ihr Vertrauen, ihren Glauben.

Jesus selbst ist im Herzen betroffen,
denn durch die 4 ist der Himmel nun offen.

Für Jesus ist dies ein Zeichen,
dass die lähmende Sünde soll von ihm weichen.

Doch bevor der Lahmen kann durch Jesus wieder hupfen,
hat dieser noch ein Hühnchen mit den Pharisäern zu rupfen.

Ihr zweifelt an mir und meiner Lehre
Ich zeig euch, dass ich sehr wohl Gott geb die Ehre.

Ich weich euren Gedanken nicht aus
Und drum frag ich euch gerade heraus:

Ist es leichter zu sagen: „Mensch, dir ist vergeben“,
oder: „Du darfst wieder aufrecht nun leben“?

Für mich, ich sag`s euch klipp und klar,
ist das eine nicht ohne das andere wahr!

Nicht der Mann auf der Bahre – so meine Gedanken,
sondern ihr, mit eurem Denken, seid der wahre Kranken.

Ihr seid gelähmt durch Vorschrift und Tradition
Von dieser Gefahr warnten die alten Propheten ja schon.

Denkt nicht an das was früher war,
sagte Jesaja schon ganz klipp und klar.

Das Neue das zum Vorschein kommt, solltet ihr bemerken
Und versuchen es mit all euren Kräften zu stärken.

Gott ist immer für Überraschungen gut,
aus seiner steten Vergebung schöpfe ich Mut.

Gottes ewig vergebende Liebe und Treue
schafft zu jederzeit und immer das Neue.

Darum sag ich zum Lahmen hier:
aber auch zu allen herinnen und draußen vor der Tür:

„Steht auf, nehmt eure Bahre und geht nach Haus,
denn euer alter Leidensweg ist für immer nun aus.

Ein neues Leben sollt ihr jetzt beginnen,
und ihr Pharisäer werdet euch hoffentlich auch noch besinnen!

So hat Jesus ein für allemal die Sache geklärt,
seine Botschaft ist bis heute nicht verjährt.

Sie ist immer noch brandaktuell
Die Kirche wird’s hoffentlich begreifen ganz schnell.

Vor allem den letzten Satz sollte sie nicht übergehen,
der lautet: „So etwas haben wir noch nie gesehen“.

Der Satz – einmal anders gewendet,
könnt heißen, dass Gott nicht nur zölibatäre Männer ins Priesteramt sendet.

Es muss nicht immer alles bleiben bei der alten Normen,
es wird Zeit für Aufbruch und Reformen.

Die Kirche selbst kann den Weg zu Jesus verbau´n,
man braucht nur auf die letzten Jahre zu schau´n.

Wer nach hinten schaut, statt nach vorn,
bei dem wird sicher nichts Neues geborn.

Die Kirche sie steckt wahrhaft tief in Krise,
sie zu beenden ist die gegenwärtige Devise.

Das wird gewiss keinem allein gelingen,
drum sollte sich jede/r Christ/in sich einbringen.

Die Aufgabe dabei ist vor allen Dingen,
die Menschen wieder mit Jesus in Berührung zu bringen.

Weil Berührung mit Jesus ganzheitlich heilt,
und Menschen zu neuem Leben befreit.

Wir sollten uns auf das Beispiel der 4 Freunde besinnen,
wollen wir heute Menschen für Jesus gewinnen.

Unkonventionelle Wege gilt es zu finden
und sich dabei an Notleidende zu binden.

Vielleicht müssen auch wir alte Dächer abdecken
um den offen Himmel für uns zu entdecken.

Wenn Jesus so auch unseren Glauben sieht,
bin ich sicher, dass dies auch heute Menschen anzieht.

Gehen wir frohen Mutes und in Gottes Namen
ans Werken und Beten, Aus, Schluss und Amen!

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Kommentare zu: "durchaus ernstgemeinte Faschingspredigt" (1)

  1. Deine Predigt habe ich gehört. Durch die knappe Formulierung des Reimens sind die Aussagen noch dichter geworden und haben mich be(ge)rührt. Damit kommt wieder einmal mein Gedanke hervor: Wir sollten die Leute nicht unbedingt zuerst in die Kirche bringen sondern sie via Medien mit Predigten, Büttenreden, SozialNetwork, Livestreaming vorerst einmal berühren, neugierig machen, damit die Hemmschwelle (am Sonntag früh aufstehen und die Kirchentür selbst) eine Einladung wird. Bin mit Ideen gerne dabei.

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